Spritzguss Kosten verstehen – Grundlagen für Entwickler & Einkäufer
- PolyProSolutions

- 20. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Dez. 2025
Definition
Die Spritzgusskosten setzen sich aus Werkzeugkosten und laufenden Teilekosten zusammen. Ihre Höhe wird massgeblich durch Materialwahl, Bauteilgeometrie, Prozessparameter und Stückzahl bestimmt. Wer diese Zusammenhänge früh versteht, vermeidet Fehlentscheidungen und unnötige Kosten.
Kurzfassung
Spritzgusskosten wirken auf den ersten Blick komplex, folgen aber klaren Prinzipien. Dieser Artikel erklärt:
woraus sich Spritzgusskosten zusammensetzen
welche Faktoren den größten Einfluss haben
warum frühe Entscheidungen entscheidend sind
wie Entwickler und Einkäufer Kosten realistisch bewerten können
Warum Spritzgusskosten oft falsch eingeschätzt werden
In vielen Projekten werden Kostenfragen zu spät oder isoliert betrachtet:
Werkzeugkosten werden als einmalige Hürde gesehen
Teilekosten werden ohne saubere Basis geschätzt
Materialentscheidungen erfolgen nach Bauchgefühl
Das führt zu:
unrealistischen Business Cases
späten Änderungen
schlecht vergleichbaren Angeboten
Spritzgusskosten müssen systematisch verstanden werden – nicht punktuell.
MoldCalc Free ist der ideale Einstieg, um Werkzeugkosten früh und ohne Angebotsanfragen grob abzuschätzen.
Die zwei Hauptbestandteile der Spritzgusskosten
1) Werkzeugkosten (einmalig)
Werkzeugkosten entstehen durch:
Konstruktion des Werkzeugs
Werkzeuggrösse und -gewicht
Kavitätenanzahl
Materialeigenschaften
Komplexität (Schieber, Hinterschnitte, Oberflächen)
Sie sind:
hoch am Anfang
nicht exakt planbar
nur als Kostenband sinnvoll bewertbar
🔗 Wie Werkzeugkosten realistisch eingeschätzt werden, erklären wir im Artikel „Spritzguss richtig kalkulieren“.
2) Teilekosten (laufend)
Teilekosten fallen bei jedem produzierten Teil an und setzen sich zusammen aus:
Materialkosten
Maschinenkosten
Zykluszeit
Ausschuss
Gemeinkosten und Marge
Über die Lebensdauer eines Produkts sind die Teilekosten meist deutlich höher als die Werkzeugkosten.
🔗 Eine detaillierte Aufschlüsselung findest du im Artikel „Schliesskraft im Spritzguss“.
Die wichtigsten Kostentreiber im Überblick
Material
beeinflusst Zykluszeit, Schliesskraft und Werkzeugverschleiss
bestimmt Materialkosten pro Teil
wirkt sich auf Qualität und Ausschuss aus
🔗 Warum Material zuerst festgelegt werden sollte, erklären wir im Artikel „Spritzguss richtig kalkulieren“.
Bauteilgeometrie
Wandstärken
projizierte Fläche
Hinterschnitte
Oberflächenanforderungen
🔗 Was die projizierte Fläche ist und warum sie so wichtig ist, liest du im Artikel „Projizierte Fläche im Spritzguss“.
Schliesskraft & Maschinenwahl
bestimmen Maschinenklasse und Maschinenstundensatz
hängen direkt von Material und projizierter Fläche ab
🔗 Details zur Berechnung findest du im Artikel „Schliesskraft im Spritzguss“.
Kavitätenanzahl
beeinflusst Werkzeugkosten und Ausstoss
verändert Maschinenwahl und Prozessrisiken
🔗 Die Entscheidungslogik erklären wir im Artikel „Kavitätenanzahl im Spritzguss“.
Warum die Reihenfolge entscheidend ist
Ein häufiger Fehler ist es, mit Werkzeugkosten zu starten. Die fachlich korrekte Reihenfolge lautet: Materialwahl → Teilekosten → Werkzeugkosten
Diese Reihenfolge:
reduziert Annahmen
verbessert Vergleichbarkeit
verhindert späte Änderungen
🔗 Warum genau diese Reihenfolge entscheidend ist, erklären wir im Artikel „Spritzguss richtig kalkulieren“.
Typische Fehler von Entwicklern & Einkäufern
Fokus nur auf Werkzeugpreis
Vergleich von Angeboten ohne gemeinsame Basis
Materialänderungen nach Angebotsphase
Überdimensionierte Maschinen
falsche Kavitätenannahmen
Diese Fehler lassen sich durch frühes Kostenverständnis vermeiden.
Wie Entwickler & Einkäufer besser entscheiden können
Erfolgreiche Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass:
Kosten früh abgeschätzt werden
Annahmen transparent sind
Szenarien verglichen werden
Entscheidungen schrittweise getroffen werden
Digitale Entscheidungshilfen können dabei unterstützen, bevor Angebote eingeholt werden.
Fazit
Spritzgusskosten sind kein Blackbox-Thema. Wer die grundlegenden Zusammenhänge versteht:
trifft bessere technische Entscheidungen
erstellt realistische Business Cases
spart Zeit in der Angebotsphase
vermeidet teure Iterationen
Ein strukturiertes Vorgehen zahlt sich langfristig aus – für Entwickler wie für Einkäufer.




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