Spritzguss richtig kalkulieren: Die richtige Reihenfolge für sichere Entscheidungen
- PolyProSolutions

- 2. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Dez. 2025
Definition
Die richtige Reihenfolge zur Kostenkalkulation im Spritzguss ist:
Materialwahl → Teilekosten → Werkzeugkosten.
Diese Reihenfolge stellt sicher, dass alle Kostenannahmen technisch und wirtschaftlich konsistent sind und Fehlentscheidungen in der frühen Entwicklungsphase vermieden werden.
Kurzfassung
In der frühen Produktentwicklung werden Kosten im Spritzguss häufig in der falschen Reihenfolge betrachtet. Die wirtschaftlich und technisch sinnvolle Vorgehensweise ist:
Material festlegen
Teilekosten berechnen
Werkzeugkosten als Richtwert prüfen
Diese Reihenfolge reduziert Annahmen, verbessert Vergleichbarkeit und spart Zeit sowie Kosten.
Warum die Reihenfolge im Spritzguss entscheidend ist
In vielen Projekten beginnt die Diskussion mit der Frage:
„Was kostet das Werkzeug?“
Diese Frage ist verständlich, führt jedoch häufig zu falschen Erwartungen. Denn Materialwahl und Teilegeometrie beeinflussen sowohl die Serienkosten als auch die Auslegung des Werkzeugs massgeblich.
Wer die Reihenfolge nicht einhält, riskiert:
unrealistische Budgetannahmen
späte Materialänderungen
nicht vergleichbare Angebote
zusätzliche Iterationen im Werkzeugbau
Der erste Schritt in dieser Reihenfolge ist eine grobe Werkzeugkosten-Abschätzung
z. B. mit MoldCalc Free.
1) Materialwahl: Die wichtigste Entscheidung im Spritzguss
Die Wahl des Kunststoffs hat direkten Einfluss auf nahezu alle folgenden Parameter:
Schliesskraft
Zykluszeit
Kühlzeit
Wandstärken
Werkzeugverschleiss
Ausschuss
Stückkosten
Ein zu früh oder falsch gewähltes Material kann ein technisch gutes Bauteil wirtschaftlich unattraktiv machen.
Typische Fehler:
Materialauswahl nach Bauchgefühl
unnötig hoch spezifizierte Werkstoffe
Materialänderungen nach Angebotsphase
Eine anwendungsbasierte Materialentscheidung schafft hier die nötige Grundlage. KI-gestützte Tools wie PolySelect Pro unterstützen dabei, passende Thermoplaste frühzeitig einzugrenzen und mit Herstellerdaten abzugleichen.
2) Teilekosten: Erst jetzt wird gerechnet
Teilekosten lassen sich nur sinnvoll berechnen, wenn das Material bereits festgelegt ist. Zu den zentralen Kostentreibern gehören:
Materialpreis (€/kg)
Zykluszeit
Maschinenstundensatz
Ausschuss
Marge
Ohne definierte Materialeigenschaften bleiben diese Werte reine Annahmen.
Häufige Denkfehler:
Rechnen mit „Standardmaterial“
Schätzen der Zykluszeit ohne Wandstärke und Material
Ignorieren der Maschinenklasse
Mit Tools wie PartCalc Pro lassen sich diese Einflussgrößen transparent abbilden und unterschiedliche Szenarien vergleichen – etwa bei variierenden Stückzahlen oder Zykluszeiten.
3) Werkzeugkosten: Zum Schluss – und bewusst als Richtwert
Werkzeugkosten hängen stark ab von:
Kavitätenanzahl
Materialeigenschaften
Oberflächen und Toleranzen
Fertigungsregion
Werkzeugkosten hängen stark von der projizierten Fläche im Spritzguss ab, da sie die benötigte Schließkraft und Maschinenwahl bestimmt.
In der frühen Phase sind exakte Preise nicht realistisch. Sinnvoll ist eine Kostenbandbreite zur internen Budgetplanung.
Typische Fehlannahmen:
Werkzeugkosten als Fixpreis betrachten
Angebote ohne gemeinsame Basis vergleichen
Werkzeugkosten isoliert bewerten
Ein Richtwert-Kalkulator wie MoldCalc Free liefert hier eine erste Orientierung – ersetzt jedoch keine Angebote von Werkzeugbauern.
Warum diese Reihenfolge Zeit und Kosten spart
Falsche Vorgehensweise | Richtige Vorgehensweise |
Werkzeug zuerst | Material zuerst |
Viele Annahmen | Klare Grundlagen |
Späte Änderungen | Frühe Sicherheit |
Schwer vergleichbare Angebote | Einheitliche Entscheidungsbasis |
Die Logik hinter PolyProSolutions
PolyProSolutions bildet diese fachlich korrekte Reihenfolge bewusst digital ab:
Materialwahl → Teilekosten → Werkzeugkosten.
Ziel ist es, Entscheidungen vor der Angebotsphase fundierter zu treffen und spätere Korrekturen zu vermeiden.
Fazit
Spritzguss richtig zu kalkulieren bedeutet nicht, sofort exakte Preise zu kennen. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge:
Material festlegen
Teilekosten realistisch bewerten
Werkzeugkosten als Budget-Richtwert prüfen
Diese Vorgehensweise führt zu besseren Entscheidungen in der frühen Entwicklungsphase.




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