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Spritzguss richtig kalkulieren: Die richtige Reihenfolge für sichere Entscheidungen

Aktualisiert: 23. Dez. 2025

Definition

Die richtige Reihenfolge zur Kostenkalkulation im Spritzguss ist:

Materialwahl → Teilekosten → Werkzeugkosten.

Diese Reihenfolge stellt sicher, dass alle Kostenannahmen technisch und wirtschaftlich konsistent sind und Fehlentscheidungen in der frühen Entwicklungsphase vermieden werden.



Kurzfassung

In der frühen Produktentwicklung werden Kosten im Spritzguss häufig in der falschen Reihenfolge betrachtet. Die wirtschaftlich und technisch sinnvolle Vorgehensweise ist:

  1. Material festlegen

  2. Teilekosten berechnen

  3. Werkzeugkosten als Richtwert prüfen


Diese Reihenfolge reduziert Annahmen, verbessert Vergleichbarkeit und spart Zeit sowie Kosten.


Warum die Reihenfolge im Spritzguss entscheidend ist

In vielen Projekten beginnt die Diskussion mit der Frage:

„Was kostet das Werkzeug?“

Diese Frage ist verständlich, führt jedoch häufig zu falschen Erwartungen. Denn Materialwahl und Teilegeometrie beeinflussen sowohl die Serienkosten als auch die Auslegung des Werkzeugs massgeblich.


Wer die Reihenfolge nicht einhält, riskiert:

  • unrealistische Budgetannahmen

  • späte Materialänderungen

  • nicht vergleichbare Angebote

  • zusätzliche Iterationen im Werkzeugbau


Der erste Schritt in dieser Reihenfolge ist eine grobe Werkzeugkosten-Abschätzung

z. B. mit MoldCalc Free.


1) Materialwahl: Die wichtigste Entscheidung im Spritzguss

Die Wahl des Kunststoffs hat direkten Einfluss auf nahezu alle folgenden Parameter:

  • Schliesskraft

  • Zykluszeit

  • Kühlzeit

  • Wandstärken

  • Werkzeugverschleiss

  • Ausschuss

  • Stückkosten


Ein zu früh oder falsch gewähltes Material kann ein technisch gutes Bauteil wirtschaftlich unattraktiv machen.


Typische Fehler:

  • Materialauswahl nach Bauchgefühl

  • unnötig hoch spezifizierte Werkstoffe

  • Materialänderungen nach Angebotsphase


Eine anwendungsbasierte Materialentscheidung schafft hier die nötige Grundlage. KI-gestützte Tools wie PolySelect Pro unterstützen dabei, passende Thermoplaste frühzeitig einzugrenzen und mit Herstellerdaten abzugleichen.


2) Teilekosten: Erst jetzt wird gerechnet

Teilekosten lassen sich nur sinnvoll berechnen, wenn das Material bereits festgelegt ist. Zu den zentralen Kostentreibern gehören:

  • Materialpreis (€/kg)

  • Zykluszeit

  • Maschinenstundensatz

  • Ausschuss

  • Marge


Ohne definierte Materialeigenschaften bleiben diese Werte reine Annahmen.

Häufige Denkfehler:

  • Rechnen mit „Standardmaterial“

  • Schätzen der Zykluszeit ohne Wandstärke und Material

  • Ignorieren der Maschinenklasse


Mit Tools wie PartCalc Pro lassen sich diese Einflussgrößen transparent abbilden und unterschiedliche Szenarien vergleichen – etwa bei variierenden Stückzahlen oder Zykluszeiten.


3) Werkzeugkosten: Zum Schluss – und bewusst als Richtwert

Werkzeugkosten hängen stark ab von:

  • Kavitätenanzahl

  • Materialeigenschaften

  • Oberflächen und Toleranzen

  • Fertigungsregion


Werkzeugkosten hängen stark von der projizierten Fläche im Spritzguss ab, da sie die benötigte Schließkraft und Maschinenwahl bestimmt.


In der frühen Phase sind exakte Preise nicht realistisch. Sinnvoll ist eine Kostenbandbreite zur internen Budgetplanung.


Typische Fehlannahmen:

  • Werkzeugkosten als Fixpreis betrachten

  • Angebote ohne gemeinsame Basis vergleichen

  • Werkzeugkosten isoliert bewerten


Ein Richtwert-Kalkulator wie MoldCalc Free liefert hier eine erste Orientierung – ersetzt jedoch keine Angebote von Werkzeugbauern.


Warum diese Reihenfolge Zeit und Kosten spart

Falsche Vorgehensweise

Richtige Vorgehensweise

Werkzeug zuerst

Material zuerst

Viele Annahmen

Klare Grundlagen

Späte Änderungen

Frühe Sicherheit

Schwer vergleichbare Angebote

Einheitliche Entscheidungsbasis


Die Logik hinter PolyProSolutions

PolyProSolutions bildet diese fachlich korrekte Reihenfolge bewusst digital ab:

Materialwahl → Teilekosten → Werkzeugkosten.


Ziel ist es, Entscheidungen vor der Angebotsphase fundierter zu treffen und spätere Korrekturen zu vermeiden.


Fazit

Spritzguss richtig zu kalkulieren bedeutet nicht, sofort exakte Preise zu kennen. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge:

  1. Material festlegen

  2. Teilekosten realistisch bewerten

  3. Werkzeugkosten als Budget-Richtwert prüfen


Diese Vorgehensweise führt zu besseren Entscheidungen in der frühen Entwicklungsphase.

 
 
 

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